Geschichte

Als die Grenzen vor dem ersten Januar 1993 noch geschlossen waren, hatten Dinxperlo und Suderwick durch ihre interessante Lage viel zu tun mit Zollbestimmungen. Kontrolierende Beamte gehörten zum vertrauten Straßenbild. Dass eine Grenze durch ein geschlossenes Wohngebiet führte, war eine Besonderheit.

Die Grenze selbst ist sehr alt. Schon im frühen Mittelalter verlief hier eine Grenze zwischen zwei Reichsgebieten. Es waren Grafschaftsgrenzen, die für die Einwohner von Dinxperlo und Suderwick von keinerlei Bedeutung waren. Der Verkehr untereinander konnte deshalb ungehindert stattfinden.

Die ersten Grenzsteine zwischen Münster und Gelre wurden erst im Jahre 1766 aufgestellt, als in gutem Einvernehmen eine Grenze festgelegt wurde. Eine Grenzwache oder eine geschlossene Grenze gab es damals noch nicht. Nach 1800 kamen viele Menschen ins Land um sich eine neue Bleibe zu suchen. Diese Völkerwanderung war der Grund dafür, dass in 1849 das Ausländergesetz erlassen wurde. Ausländer mußten sich von da an melden und erhielten eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Monate. Danach war in bestimmten Fällen eine Verlängerung möglich. Auch gab es seit 1816 schon Bestimmung-en für die Ein-, Durch- und Ausfuhr von Waren. In ihnen waren Maßnahmen zum Schutze niederländi-sche Produkte aufgenommen.

Die unter diese Bestimmungen fallenden Waren und Güter, die jenseits der Grenze oft mehr Geld ein-brachten, wurden von Schmugglern über die Grenze gebracht und dort verkauft. So entstand ein Schleichhandel mit vielen Schmuggeltricks. Das Grenslandmuseum, das im Jahre 1985 eröffnet wurde, macht diese Geschichte deutlich. Es gibt auch eine Übersicht von Dingen, die mit dem Zoll zu tun haben. Ferner Schmuggeltricks, beschlagnahmte Waffen, eine Pelzjacke aus Fellen eines geschützten Tieres, Rauschgift, Deutsches Notgeld von Anfang der zwanziger Jahre, Fotos vom einzigen Grenzstein aus 1766, der in Dinxperlo noch zu sehen ist.

Dokumente und Fotos mit Bezug auf die Grenzkorrektur aus der Zeit 1949/1963 als ein Teil von Suderwick, als Folge des zweiten Weltkrieges, zu den Niederlanden kam. Vor dem Museum steht sogar noch ein Schlagbaum, der am Zollamt Dinxperlo-West – Brüggenhütte seinen Dienst getan hat.

Es sind Erinnerungen, die seit dem 1 Januar 1993 der Vergangenheit angehören.